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Nachrichten | 28.02.2017

Food Packaging Forum: Verbotene Chemikalien sind nach wie vor in Verpackungen zu finden

Es ist ein alltägliches Phänomen, dass Chemikalien aus der Verpackung in die Lebensmittel übergehen und über das Essen in den Körper gelangen. Darunter sind auch Chemikalien, die mittlerweile aufgrund ihrer schädlichen Eigenschaften in vielen anderen Produkten verboten sind, sagt die Stiftung Food Packaging Forum mit Sitz in Zürich. Somit können verpackte Lebensmittel die Belastung durch schädliche Chemikalien erhöhen. Dazu hat das Food Packaging Forum die Studie Packaging Technology and Science: “Substances of very high concern in food contact materials: Migration and regulatory background” erarbeitet, die kürzlich veröffentlicht wurde. Die Autoren berufen sich dabei auf öffentlich verfügbare, wissenschaftliche Literatur und Datenbanken und beschreiben drei Szenarien: 

  • Es gibt Chemikalien, die unter der Europäischen Chemikalienverordnung Reach aufgrund ihrer schädlichen Eigenschaften verboten wurden, die aber ausdrücklich in der Herstellung von Lebensmittelverpackungen und anderer Gegenstände, die in Kontakt mit Lebensmitteln gelangen, erlaubt sind. Einige dieser Chemikalien wurden in den letzten Jahren häufig in Lebensmitteln nachgewiesen (z.B. Phthalate).

  • Andere Chemikalien sind sowohl unter Reach als auch in Lebensmittelverpackungen und -kontaktmaterialien verboten. Trotzdem wurden sie häufig bei Kontrollen in Lebensmitteln und bestimmten Lebensmittelkontaktmaterialien nachgewiesen und überschritten teilweise die zulässigen gesetzlichen Grenzwerte um ein Vielfaches (z.B. primäre aromatische Amine).

  • Für eine weitere Gruppe von Chemikalien, die unter Reach verboten sind, gibt es Hinweise, dass sie vermutlich zur Herstellung von Lebensmittelkontaktmaterialien eingesetzt wurden. Allerdings gibt es weder aktuelle Informationen über ihre Verwendung, noch wurden sie bisher in Lebensmitteln gemessen. Aufgrund dieser Wissenslücken konnte bisher nicht geklärt werden, ob diese Chemikalien ein Risiko für den Konsumenten darstellen. 

Fazit: Die Autoren der Studie zeigen in ihrer Analyse, dass Gesetzesänderungen sowie effektive und regelmässige Kontrollen von Verpackungen die Belastung durch Chemikalien in Nahrungsmitteln weiter senken könnten. Deshalb sollte ein Verbot schädlicher Chemikalien nicht nur für industrielle Verfahren und Konsumgüter, sondern auch für Lebensmittelverpackungen gelten – zumindest, wenn das Risiko der Übertragung von der Verpackung in das Lebensmittel besteht. 

Kontakt: Dr. Jane Muncke, Geschäftsführerin, Food Packaging Forum Foundation, Zürich

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